[#4] Was mich während meines Umzugs in den Wahnsinn trieb

Mit diesen Weekly Words möchte ich das Kapitel Umzug endgültig abschließen und verbannen. Zumindest für eine gewisse Zeit, denn es ist nervenaufreibend, kräftezehrend und teuer.  Während dieser Phase tauchen immer wieder viele große Fragezeichen auf, auf die man nicht immer eine Antwort findet.

Wo fange ich an?

Das ist die erste Frage, die ich mir stellte, nachdem die Kündigung bei meinem Vermieter lag. Schließlich muss man nicht nur Kartons packen, sondern einen ganzen Rattenschwanz bewältigen, der hinten dran hängt. Laufende Verträge wie Strom und Internetanbieter müssen gekündigt werden. Bei der Post muss man einen Nachsendeantrag stellen. Bei so einem Umzug wird ordentlich ausgemistet, da muss der Sperrmüll bestellt werden. Die To-Do-Liste war lang und etwas konfus, aber irgendwie habe ich sie bewältigt.

Warum habe ich so viel Kram?

Das habe nicht nur ich, sondern auch meine fleißigen Helferlein gefragt. Ich habe in einer 36 qm großen Wohnung gelebt und irgendwie habe ich es geschafft, jeden noch so kleinen Winkel mit Kram vollzustellen. Nein, ich bin kein Messi, aber ein Meister darin, mich nur schwer von Sachen, wie zum Beispiel Kleidung oder auch Büchern aus der Uni-Zeit zu trennen. Immer wenn ich dachte, ich habe alles eingepackt, fand ich eine Box oder Aufbewahrungstruhe mit Inhalt, den ich längst vergessen hatte: alte Tagebücher, Seminar-Reader, Schullektüren, alte Karnevalskostüme, um nur einige Beispiele zu nennen. Das stresst irgendwann richtig. Mein großes Vorhaben: Einmal pro Jahr durch die Wohnung gehen und überlegen, was man wirklich nutzt und braucht. Wenn nicht? Weg damit. Irgendwann wird es nur zum Balast.

Wie soll mein Leben in diese Kisten passen?

Das was mit in die neue Stadt kommen soll, wird in hässliche, braune Kartons gepackt. Den Geruch dieser Dinger habe ich immer noch in der Nase. Die ersten Kartons wurden noch ordentlich und mit System gepackt. Gegen Ende wird es leider chaotischer. Irgendwie hat man keinen Bock mehr und würde am liebsten einfach alles entsorgen. Zerbrechliche Gegenstände, an denen das Herz hängt werden mit Zeitung umwickelt. Im besten Falle noch mit Luftpolster geschützt. Und dann kann man nur hoffen, dass sie unbeschadet am Zielort ankommen. Dass sie die Fahrt und das Schleppen überstehen. Bei jeder Bodenwelle auf der Autobahn waren meine Gedanken bei meinem Schminktisch, bei den wenigen wichtigen Möbeln, die ich mitnahm.

Was passiert eigentlich mit den vielen leeren Kisten nach dem Einräumen?

Sie landen im Kellerraum und nehmen Platz weg.

Warum werden Ver- und Nachmieter plötzlich so nervig?

Ich weiß nicht, ob ihr das auch so erlebt habt. Aber nachdem die Kündigung offiziell ist, werden Vermieter plötzlich ganz anders. Am besten ist man von heute auf  morgen raus und nicht erst nach den drei Monaten Kündigungsfrist. Während man noch ganz normal die letzten Monate in der Wohnung verbringen möchte, schließlich kommt der Stress früh genug, meint der Vermieter mit potenziellen Nachmietern diese ganz spontan besichtigen zu wollen. Wenn dann auch noch schnell ein Nachmieter gefunden wurde, will dieser am liebsten sofort einziehen. Anrufe, ob man nicht doch noch früher von Krefeld nach Berlin ziehen könne, stehen dann wöchentlich an.

Wo ist mein Geld hin?

Mal eben so und ganz nebenbei von NRW nach Berlin zu ziehen, ist nicht drin. Neben einer guten Planung braucht man auch ein kleines Polster an Geld. Die hässlichen Kartons sind leider nicht umsonst, der Nachsendeantrag ist auch nicht ohne. Transporter und Sprit kosten am meisten. Und eigentlich will man doch so viele neue schöne Sachen für die Wohnung kaufen. Schließlich muss so ein Neuanfang gebührend eingeleitet werden.  Hinterher möchte man sich bei den lieben Helfern mit einem guten Essen im Restaurant bedanken. Naja, bei meinem nächsten Umzug werde ich keine arme Referendarin sein, dann wird zumindest dieses Fragezeichen etwas kleiner.

Warum habe ich mir all das aufgebürdet?

Weil ich jetzt glücklich bin.

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

 

 

Jenny

Herzlich Willkommen auf meinem Blog! Hier dreht sich alles um meine Leidenschaft zu Beautythemen wie dekorative Kosmetik, Pflegeprodukte und Lifestyle. In der Kategorie Weekly Words kommt alles zu Wort, was mich sonst noch beschäftigt.
2 comments
  1. Hallo Liebes,
    wieder mal tolle Weekly Words! Ümzüge sind echt nervend, ich bin in den letzten Jahren wirklich von A nach B gezogen und es war so nervend – Man will endlich mal ankommen und sein zuhause gefunden haben. Am nervigsten sind wirklich Kartons packen und für mich der Tag an dem man umzieht, man will es wirklich nur hinter sich haben. Ich hoffe Du hast Dich schon etwas in Berlin eingelebt – Ich wünsche Dir einen wundervollen Start ♡

    Liebe Grüße
    Elli

    http://www.elliberry.blogspot.de

  2. Wie du ja weißt, habe ih auch erst bei einem Umzug geholfen. da habe ich schon so die Erkenntnis erlangt, dass auch ich viel zu viel kram habe. Miste also jetzt den ganzen Kram aus und habe einfach das Gefühl es ist richtig. Ich hoffe das klappt bei dir, wenn dein Jahres Ausmisten ansteht auch 🙂

    Aber so ein Umzug ist wirklich einfach nur mit Fragen voll.
    Glücklich sein ist aber auch einfach die beste Antwort auf alles 🙂

    xoxo Vanessa

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